„Das Licht der Kunst ist in euren Herzen!“, ruft Sascha Boldts Objekt in den Bürgerpark. Im Inneren der Scheibe befindet sich eine Sonnenuhr. Boldt will mit dem Slogan das Licht der Sonne und die Kunst verbinden und erweckt dazu dieses über Jahrhunderte genutzte Instrument, das die Zeit mittels des Sonneneinfalls anzuzeigen vermag.

In den letzten Jahren seien sowohl das Sonnenlicht in Form von regenerativer Energie als auch die Kunst als inspirierende Ressource zu wichtigen Bestandteilen des modernen gesellschaftlichen Lebens geworden, erläutert der Künstler, der u. a. mit der Reihe „Hybrid Constructions“ vielfach ausgestellt hat und sein künstlerisches Schaffen als „multikonzeptuell“ beschreibt. Damit weist er über die Sonnenuhr als Sinnbild der Vergänglichkeit sowie der Kontinuität hinaus auf die Kraftfelder von Natur und Kunst, die die Menschheit für eine sichere Zukunft nutzen sollte: „Als lebendiges Anschauungsobjekt wird das kontinuierliche Kreisen der Erde um die Sonne veranschaulicht und im Kontext der Kunst neu erfahrbar gemacht.“

Künstler: Sascha Boldt
Entstehung: 2021
Material: Holz, Wetterschutzfarbe
Abmessungen: 300 cm Durchmesser

Ein Verkehrsleitkegel dient der Orientierung und der Absperrung. Der Bildhauer Jens Grundschock bringt ihn auf Überlebensgröße. Farblich gefasst in die Farben Schwarz und Weiß verliert der Gegenstand die Signalfunktion und scheint „eine eindeutige und einfache Antwort auf Fragen“ zu geben. Außerdem büßt das nach der Heimatstadt des Kegels liebevoll genannte „Lübecker Hütchen“ durch die Größe seine Flexibilität ein: Die fast zwei Meter hohe Holzskulptur verlangt nach einem festen Platz, ein Verrücken ist hier nicht mehr möglich.

Grundschock will sich, wie er schreibt, durch „Größe und Farbgebung mit den zeitlich begrenzten Einschnitten in unserem Leben“ auseinandersetzen: „In meiner Arbeit ist die zeitliche Begrenzung und Warnung durch das Gewicht, die Dimension und Ortsgebundenheit sowie fehlende Mobilität sinnbildhaft dargestellt.“

Künstler: Jens Grundschock
Entstehung: 2020
Material: Holz, farbig gefasst
Abmessung: ca. 190 cm hoch

Das Werk "120°", welches aus zwei Hohlkörpern besteht, betrachtet Jung als Ergänzung zu "72°, Phase 1".
"120° bezeichnet das dem Entwurf zugrunde liegenden Winkelmaß, das sich bei dieser Plastik in dem Winkel, in dem die Flächen zueinander stehen, zugleich im Winkelmaß der Kreisbogensegmente sowie in der Richtung, in der sich die Plastiken im Raum anordnen, sich gegeneinander aufrichten und gegeneinander verdrehen, vielfach wiederfindet." So erläutert der Künstler die komplexe und doch einfache Geometrie, an der sich "das Gestaltende und Gliedernde der Mathematik" aufzeigen lässt.

Der Schwere des plastischen Körpers verleiht Jung durch Form und Arrangement etwas Leichtes, Schwimmendes oder Fliegendes. Trotz der mathematischen Grundidee scheinen Anmutungen aus der Natur auf wie z. B. Schwimmkörper oder Fruchtsamen.

Jung, der seine Werke von Hand selbst baut, arbeitet mit der künstlich oxidierten Oberfläche des Stahls, die im Außenraum einer steten Veränderung unterworfen ist.

Künstler: Ulrich Jung
Entstehung: 2017
Material: Gebrauchsstahl DC 1, oxidiert
Abmessungen: 270 x 150 cm

Eine mäandernde Installation aus Strumpfhosen und Hula-Hoop-Reifen wird Nicole Jänes zwischen den Bäumen des Bürgerparks installieren und damit das Werk, das im vergangenen Jahr im Ausstellungsraum der Kommunalen Galerie aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen nur von wenigen Besucherinnen und Besuchern gesehen werden konnte, in den Außenraum transferieren.

Jänes macht Räume physisch und visuell erfahrbar, lässt ihre Installationen gehend erspüren und diese durch unbewusste Berührungen in Bewegungen versetzen. Wie ein Netz verbreiten sich die Elemente, loten Raum aus und weisen über diesen hinaus.

Die flexible Konstruktion basiert auf Jänes bevorzugten Material Strumpfhosen, die aus Mikrofasern in vielen Farben gewebt sind. Der Alltagsstoff wird durch seine Dehnbarkeit zu ihrem künstlerischem Mittel, ein „armes“ Material, das sich als idealer Begleiter des als Objet trouvé fungierenden Reifens darstellt. Im Gegensatz zur einflussreichen amerikanischen Künstlerin Senga Nengudi, die Strumpfhosen für tänzerische Performances von in deren Vernetzungen eingebundenen Körpern nutzt, fordert Jänes die Besucherinnen und Besucher dazu auf, selbst die Installation zu erkunden.

Künstlerin: Nicole Jänes
Entstehung: 2020
Material: Hula-Hoop-Reifen und Strumpfhosen
Abmessungen: ca. 500 x 500 x 500 cm

Aus je fünf navetteförmigen, d. h. spitzovalen Flächen entwickelte Ulrich Jung seine Plastik 72°. Als Ergänzung dazu betrachtet er das Werk "120°", das aus zwei Hohlkörpern besteht.

Der Schwere des plastischen Körpers verleiht Jung durch Form und Arrangement etwas Leichtes, Schwimmendes oder Fliegendes. Trotz der mathematischen Grundidee scheinen Anmutungen aus der Natur auf wie z. B. Schwimmkörper oder Fruchtsamen.

Jung, der seine Werke von Hand selbst baut, arbeitet mit der künstlich oxidierten Oberfläche des Stahls, die im Außenraum einer steten Veränderung unterworfen ist.

Künstler: Ulrich Jung
Entstehung: 2019
Material: Gebrauchsstahl DC 1, oxidiert
Abmessungen: 160 x 350 cm