Die Stele von Edgar Diehl ist aus einem eloxierten Aluminiumblech gefertigt, welches durch Falzungen in einer sogenannten Abkantbank in eine gen Himmel strebende aufrechte Form gebracht wurde. Aus einem zweidimensionalen Blech wurde so eine dreidimensionale Figur. Wenn man seine Fantasie spielen lässt, kann man an eine Blüte denken, oder eine stehende, engelsgleiche Figur, die ihre Arme nach oben streckt, oder eben auch an einen weiblichen Torso, ein Bustier, welches der Skulptur auch den Namen gibt. „Hier ist keine Persönlichkeit sondern das Weibliche als Prinzip geehrt worden.“, so der Künstler über seine Arbeit.

Edgar Diehl, der von der Malerei und der konkreten Kunst kommt, spielt in seiner Arbeit mit Licht und Schatten. Durch die Faltungen entstehen vielfältige Grautöne in allen Abstufungen, je nachdem, wie das Licht auf die Skulptur fällt. Edgar Diehls Arbeiten entstehen in einem Prozess, das heißt seine Ideen entstehen während der Auseinandersetzung mit ähnlichen Themen. Die Möglichkeit aus einem dünnen Aluminiumblech eine stabile, aufrecht stehende Figur, die einen Körper bildet, formen zu können, fasziniert ihn. "Stele Bustier ist 2000 für eine Präsentation der Darmstädter Sezession entstanden und wurde 2020 in Mörfelden in "Kunst im Park" ausgestellt.

Reduktion ist das Gestaltungsmittel des 1950 in Sprendlingen geborenen Edgar Diehl, der nach dem Studium der Architektur in Berlin und dem Studium der Malerei, Wandmalerei und Kunsttheorie an der Städelschule Meisterschüler bei Raimer Jochims war.

Titel: Stele Bustier
Künstler: Edgar Diehl
Material: Aluminium eloxiert
Abmessungen: 240 cm x 120 cm x 40 cm
Entstehung: 2000

Text und Foto: Haiko Emmel

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